SJT SOLUTIONS GmbH

Was bringt Virtualisierung einem mittelständischen Betrieb?

Bei den meisten Betrieben mit eigenem Server längst Alltag. Die Frage ist, ob sie gut gemacht ist.

Mehrere Server laufen als getrennte virtuelle Maschinen auf gemeinsamer Hardware. Das spart Geräte, Platz und Strom. Wichtiger ist aber, was im Ernstfall passiert: Eine virtuelle Maschine lässt sich sichern, auf andere Hardware verschieben und zurückholen wie eine große Datei. Bei den meisten Betrieben mit eigenem Server ist das heute der Normalfall. Die eigentliche Frage ist, ob die Umgebung gut gebaut ist.

Wie man es sich vorstellen kann

Früher hatte jede Aufgabe ihren eigenen Kasten: einen Server für die Warenwirtschaft, einen für die Dateien, einen für die Telefonanlage. Die meisten liefen die meiste Zeit fast im Leerlauf, und jeder alterte für sich.

Mit Virtualisierung stehen stattdessen ein oder zwei leistungsfähige Maschinen im Raum. Darauf laufen dieselben Aufgaben weiterhin sauber getrennt, jede in ihrer eigenen virtuellen Maschine, aber sie teilen sich Rechenleistung, Speicher und Stromanschluss.

Was sie bringt

  • Schnelleres Wiederanlaufen. Fällt ein Gerät aus, lassen sich die virtuellen Maschinen auf einem zweiten weiterbetreiben. Ohne Virtualisierung heißt Hardwaredefekt oft Neuinstallation.
  • Einfachere Sicherung. Eine virtuelle Maschine wird als Ganzes gesichert und als Ganzes zurückgeholt, samt Betriebssystem und Einstellungen.
  • Saubere Trennung. Dienste, die sich nicht vertragen oder unterschiedlich geschützt werden müssen, laufen getrennt, ohne dass dafür neue Geräte nötig sind.
  • Gefahrlos testen. Ein Update lässt sich an einer Kopie ausprobieren, bevor es auf das echte System geht.
  • Weniger Hardware. Weniger Geräte, die altern, gewartet und irgendwann ersetzt werden müssen.

Wo es schiefgeht

  • Alles auf einem Gerät. Wer zehn virtuelle Maschinen auf einen einzigen Host packt, hat zehn Ausfälle auf einmal, wenn dieser Host stirbt. Mindestens für die wichtigen Dienste braucht es einen Plan B.
  • Der Speicher als Flaschenhals. Virtuelle Maschinen teilen sich die Platten. Läuft der Speicher voll oder wird langsam, leiden alle gleichzeitig.
  • Verwaltung und Sicherung hängen aneinander. Wenn die Backup-Software genau die Verwaltung braucht, die gerade ausgefallen ist, steht man doppelt da. Einen solchen Fall beschreiben wir auf der Seite Backup und Wiederherstellung.
  • Lizenzen. Seit der Übernahme von VMware durch Broadcom haben sich Lizenzmodelle und Preise für viele kleinere Umgebungen deutlich verändert. Wer heute neu plant oder verlängert, sollte die Alternativen zumindest einmal nebeneinanderlegen.
  • Wissen an einer Person. Eine virtualisierte Umgebung ist mächtiger, aber auch komplexer. Wenn nur ein Mensch sie versteht, ist das ein Risiko.

Welche Arten es gibt

Meist ist die Server-Virtualisierung gemeint, um die es auf dieser Seite geht. Daneben gibt es virtuelle Arbeitsplätze, die zentral laufen und von überall erreichbar sind, zusammengefasste Speicher und in logische Bereiche aufgeteilte Netzwerke. Für einen Betrieb mit zwanzig bis hundert Arbeitsplätzen ist fast immer die Server-Virtualisierung der Einstieg, der Rest folgt bei Bedarf.

Und die Cloud?

Die Cloud ist Virtualisierung im Rechenzentrum eines anderen, gemietet über das Internet. Ob ein eigener Server oder die Cloud besser passt, ist eine eigene Frage, siehe Brauchen wir noch einen eigenen Server?

Lohnt es sich bei uns?

Ein guter Anlass zum Nachsehen: Ihr betreibt mehrere einzelne Server, einer davon erhält bald keine Sicherheitsupdates mehr, oder eine Lizenzverlängerung steht an. Was bei euch steht und was davon sinnvoll zusammengehört, klärt die Infrastrukturanalyse. Was wir im Betrieb übernehmen, steht unter IT-Infrastruktur.

Kurz beantwortet

Was ist eine virtuelle Maschine?

Ein Server, der nicht als eigenes Gerät existiert, sondern als Software auf gemeinsamer Hardware läuft. Er hat ein eigenes Betriebssystem und eigene Programme und merkt nicht, dass er sich die Maschine mit anderen teilt. Die Software, die das möglich macht, heißt Hypervisor.

Lohnt sich Virtualisierung schon bei einem einzigen Server?

Oft ja, weil sich eine virtuelle Maschine leichter sichern, verschieben und auf neue Hardware umziehen lässt. Der größere Gewinn kommt aber, sobald mehrere Dienste getrennt laufen sollen, die sich sonst einen Server teilen müssten.

Ist Virtualisierung dasselbe wie Cloud?

Nein. Die Cloud baut auf Virtualisierung auf, läuft aber im Rechenzentrum eines Anbieters und wird über das Internet gemietet. Virtualisierung kann genauso gut auf der eigenen Hardware im eigenen Haus laufen.